Organisationales Lernen für Teams

Verantwortliche werden zunehmend daran gemessen, ob sie Prozesse "in den Griff bekommen". Doch was können sie realistisch versprechen? Sicher nicht systematische Kontrolle und das Erfüllen beliebiger Erwartungen. Von daher sind Organisationen und deren Führungskräfte auf selbstgesteuerte Lernprozesse angewiesen.
Für eine systematische Personalentwicklung müssen daher Organisationsalltag, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung und Kulturentwicklung zusammenspielen, damit professionelle Entwicklung gezielt gelingt und in die Entwicklung der Organisation passt bzw. zu ihr beiträgt.

Mittlerweile ist vielerorts ins Bewusstsein gedrungen, dass komplexere Organisationsprozesse nur begrenzt systematisch geplant und durchgeführt werden können. Noch begrenzter ist die lückenlose Umsetzung und Überwachung durch Führungskommunikation. Man ist zunehmend auf das Begreifen, Mitgestalten und Mitverantworten von relativ eigenständig agierenden Einheiten und deren Schlüsselfiguren, auf das Ineinandergreifen von selbstlaufenden Prozessen angewiesen.

Hochqualifizierte selbstständige Einheiten brauchen nicht weniger Führung, sondern bessere. Qualifikationen und Instrumente hierfür fehlen noch in weiten Bereichen. Ein erster Schritt zur Lernenden Organisation ist getan, wenn sich die in ihr (und mit ihr) tätigen Menschen häufig und bewusst zusammensetzten, um über sich und ihr "Organisationssystem" nachzudenken, zu diskutieren und dabei ihr Wissen und ihre Erfahrung austauschen und gegenseitig zur Verfügung stellen. Und zwar mit dem Ziel, Ideen für Veränderungen bzw. ihres "Organisationssystems" zu entwickeln, diese in Strukturen, Prozesse und Maßnahmen umsetzten, um letztendlich zukunftsfähig zu bleiben.

Als Beispiel dafür kann die kontinuierliche Steigerung der Leistung von Kraftfahrzeugsmotoren in den letzten Jahren dienen. Hier wurde die Handlungsweise effizient adaptiert ohne die zugrundeliegende Grundüberzeugung: „Der Motor muss leistungsfähiger werden“ zu ändern. Das Team-Lernen hinterfragt die gesetzten Ziele und erfordert eine Änderung von Grundüberzeugung und -orientierung. Team-Lernen umfasst auch „Entlernen“ – ein Hinterfragen von Werten und Normen. Angewandt auf das Beispiel der Kraftfahrzeugsmotorenentwicklung bedeutet dies ein Erkennen und Umsetzen, dass Kunden vermehrt Augenmerk auf geringeren Energieverbrauch legen. Die Reaktion darauf impliziert eine Änderung der Grundüberzeugung und Zieldefinition.

Wolfgang Max Wirth

Studium/Ausbildung
Postgraduate Studium Master of Science in Organization Development (MSc.) am iff Wien / Alpen-Adria Universität Klagenfurt;
- Diplom-Wirtschaftscoach;
- Geprüfter Personalfachkaufmann (IHK);
- Gruppendynamik und Potenzialanalyse.

Wolfgang_Wirth_Profil

Berufserfahrung
10 Jahre Personalmanagement - davon 5 Jahre als Leiter Personalservice mit der Hauptaufgabe der Reorganisation der Personalverwaltung zu einem internen Servicedienstleister;

seit 15 Jahren Trainer und Berater für Führungskräfte- und Organisations-entwicklung in den Branchen Automotive, Energie, Elektronik, Handel, Immobilien, IT, Logistik, Telekommunikation;

seit 2005 Mitglied der Hernstein-Trainerfakultät in Wien

seit 2010 Mitglied des österreichischen Dachverbandes für Coaching (ACC)

seit 2011 Organisationsentwickler bei PATRIZIA Immobilien AG in Augsburg